Dr. rer. nat. Katharina Wirnitzer (PhD) studierte Physik, Sportwissenschaften und Ethik, und ist Dozentin für Sportwissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Tirol. Sie ist selbst Hochleistungssportlerin, lebt seit ihrem 16. Lebensjahr vegetarisch und seit dem 25. Lebensjahr vegan "aus ethischen, gesundheitlichen, sportwissenschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen und globalen Gründen. Es war die beste und sinnvollste Entscheidung meines Lebens. ... Vegan zu leben (nicht nur sich vegan zu ernähren) ist ein bedingungsloses Ja! zum Leben. Alleine dadurch fühle ich mich mental viel leistungsfähiger; und die körperlich–sportliche Leistungsfähigkeit steht damit in direktem Zusammenhang, denn ohne mentale Stärke kein sportlicher Erfolg."

 

Die leidenschaftliche Outdoor-Sportlerin forschte zur Mountainbike Transalp Challenge und war damit die weltweit erste, die i) einen Mountainbike-Marathon, ii) ein Mountainbike-Etappen-Rennen, iii) weibliche Mountainbike-Athleten auf Etappen-Rennen, und iv) eine rein pflanzliche Ernährungstaktik im mehrtägigen Ausdauerleistungssport untersuchte. Sie promovierte 2009 und veröffentlichte gleichzeitig ihr Fachbuch über extreme mehrtägige Ausdauerbelastungen im Mountainbike-Sport (bikeeXtreme – Performance determining factors and vegan nutrition pattern to successfully complete the Transalp Challenge). Die Buchautorin und Wissenschaftspublizistin hat sich auf vegane Ernährung im Sport spezialisiert. Ihre Erkenntnisse bestätigen: VeganerInnen haben keinerlei Nachteile gegenüber FleischesserInnen oder VegetarierInnen, was die ausreichende Versorgung von Energie und Vitaminen betrifft. Im Gegenteil. Gleich zweimal nahm sie selbst am BIKE Transalp Challenge, dem härtesten Mountainbike(MTB)-Rennen der Welt, teil. Und genau mit der Frage, ob eine Veganerin den Belastungen eines Mountain-Bike Rennens auf diesem Niveau standhalten kann, hat sich die Tierschützerin in ihrer Dissertation intensiv beschäftigt.

Das Ergebnis: „Wenn ein Veganer seine Kost gut ausgewogen plant und sich breit ernährt, ist jeglicher Bedarf gedeckt. So wird es zu keinen Komplikationen kommen, wenn er zusätzliche Stoffe (Vitamin B12), die in pflanzlicher Nahrung nicht enthalten sind, zusätzlich aufnimmt. Der erhöhte Kohlenhydrat-Bedarf ist ebenso ohnehin durch die vegane Ernährungsform optimal abgedeckt (vgl. American dietetic association (ADA) Studien aus 2003 und 2009). Vegane Ernährung ist für alle Lebensphasen und für Leistungssportler gut geeignet, bei entsprechender Anwendung/Lebensweise speziell optimal und höchst geeignet für Ausdauersportler.“

Sie selbst nahm zweimal an diesem äußerst selektiven MTB-Rennen teil und erreichte 2004 zusammen mit ihrem Mann in ihrer Kategorie als erstes Amateur-Team nach der Weltelite der professionellen MTBer den 16. Rang. Ganz ohne die Hilfe von Aufputschmitteln und den Konsum von Proteinpulvern - ein weiterer Mythos, den sie anhand ihrer Studie und ihres Selbstversuchs entkräftet.

„Insgesamt wird Protein zu stark überbewertet. Man braucht etwa nur 1/3 der (von Lobbys wie Milch-und Fleischwirtschaft gestützten) Richtlinien von bis zu 35% (!), d. h. eine Aufnahme von ca. 8–12% ist bei weitem ausreichend für die Gesundheit und ebenso für einen stark belasteten Sportler-Stoffwechsel optimal!"

 

Eine rezente wissenschaftliche Publikation (2014) von Dr. rer. nat. Katharina C. Wirnitzer und Univ.-Prof. Elmar Kornexl ist unter dem Titel "Energy and macronutrient intake of a female vegan cyclist during an 8-day mountain bike stage race" erschienen und hier als PDF-Download nachzulesen [Proc (Bayl Univ Med Cent) 2014;27(1):42–45].

Die Nachforschungen von Katharina Wirnitzer haben ergeben, dass seit mehr als 150 Jahren Protein im Zusammenhang mit sportwissenschaftlicher Forschung steht, u.a. hat sich die Yale University zwischen 1904 und 1911 der Verbindung von sportlicher Betätigung und Ernährung gewidmet. Obwohl vielfältige Studien zu Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts bereits klar zeigten, dass Vegetarier (damals gab es noch keinen definierten Unterschied zwischen vegan und vegetarisch) in Kraft und Ausdauer wesentlich (bis zu 3 mal) leistungsfähiger waren/sind als Misch- oder überwiegend Fleischköstler, wurde dies nie weithin Publik gemacht und seit dieser Zeit werden diesbezügliche Ergebnisse aufgrund gegenläufiger wirtschaftlicher Interessen weitgehend unterdrückt und ignoriert.

 

Zusammengefasst hat sich im Vergleich von überwiegend Fleisch essenden Sportlern zu strikten Vegetariern gezeigt, dass die veganen Athleten in den untersuchten Faktoren Stärke, Widerstandsfähigkeit und Ausdauerleistungsfähigkeit bis zu dreimal größere Leistungen bringen konnten. D.h. sie konnten größere Belastungen über viel längere Zeiträume tolerieren, bei gleichzeitig stark reduzierter Regenerationszeit, die teilweise nur 1/5 dessen betrug, was Mischköstler oder Fleischesser brauchten, um sich vollständig zu erholen. Diese deutlichen und revolutionären Ergebnisse sollten künftig in den Ernährungs- und Trainingsprogrammen von Sportlern und Athleten Berücksichtigung finden.

 

Interviews mit Dr. rer. nat. Katharina Wirnitzer (PhD):

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