In „Austria Innovativ – das österreichische Magazin für Forschung und Technologie“ war in der 1/2013-Ausgabe zu lesen:

ZOOLOGIE

Gequälte Köstlichkeit

Krabbentiere werden zur Zubereitung lebendig in kochendes Wasser geworfen. Eine Prozedur, die TierschützerInnen seit jeher zu heftiger Kritik veranlasst. Zwei britische Biologen haben nun untersucht, ob Krabben nicht nur Schmerzreaktionen zeigen, sondern auch Schmerzen empfinden können. Als Kriterium dient ihnen dabei, ob die Tiere aus schmerzhaften Erfahrungen lernen und Schmerz verursachende Situationen in der Folge zu vermeiden versuchen. Dafür haben die Forscher mehrere Strandkrabben in eine hell beleuchtete Kammer gesetzt. In der Kammer gab es zwei unbeleuchtete Nischen, die den Krabben als Zuflucht dienten. In einer der beiden Nischen erhielten die Krabben Stromstöße, in der anderen nicht. Nach einiger Zeit mieden die Krabben diese Nische und hielten sich nur noch in der anderen oder sogar in der beleuchteten Mitte der Kammer auf. Die Forscher plädieren deshalb für einen schonenderen Umgang mit Krabbentieren. [Barry Magee & Robert Elwood: Shock avoidance by discrimination learning in the shore crab (Carcinus maenas) is consistent with a key criterion for pain. In: The Journal of Experimental Biology (2013) doi: 10.142/jeb.072041]

 

 

Viele Fragen wirft dieser Beitrag auf; dazu eine kleine Auswahl:

  • Genügt es nicht, Schmerzreaktionen zu zeigen, sondern muss man auch ein Lernverhalten davon ableiten können, damit für einen „schonenderen Umgang“ plädiert wird?
  • Warum können derartige nachvollziehbare Forschungsergebnisse nicht sofort umgesetzt werden und die bisher übliche grausame Handhabung verboten werden?
  • Wer kann mithelfen, diese wissenschaftiche Erkenntnis an die richtigen Leute zu bringen?
  • Wie können ähnliche schmerzvolle Tierversuche verhindert werden und trotzdem wissenschaftlich anerkannte Forschungsergebnisse publiziert werden?
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