Gesundheit

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» Weitere (Zivilisations-)Krankheiten


Pflanzenbasierte Ernährung fördert die Gesundheit

Eine ausgewogene und vollwertige vegetarische oder vegane Ernährung ist gesund und kann gesundheitliche Vorteile bei der Vorbeugung und Behandlung bestimmter Krankheiten bieten. Sie ist für jede Lebensphase geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglingsalter, Kindheit, Pubertät und für Athleten. Dies belegen zahlreiche Studien und auch die größte Organisation von ErnährungsexpertInnen, die American Dietetic Association, bestätigt dies in ihren Empfehlungen.[1] Eine pflanzenbasierte Ernährung ist bekanntermaßen äußerst reich an Vitaminen und anderen wertvollen Vitalstoffen. Tierliche Produkte vom Speiseplan zu streichen, bringt eine Vielzahl gesundheitlicher Vorteile mit sich, und gerade Produkte tierischer Herkunft stehen bei zahlreichen Erkrankungen - allen voran den sogenannten Zivilsationskrankheiten - neben Nikotin und Alkohol oftmals an erster Stelle jener Produkte, die Patient/innen auf ärztliches Anraten hin deutlich einschränken sollen, um ihren Heilungsprozess zu fördern.

Die vorhandene Literatur sowie immer neue Studienergebnisse zeigen deutlich: Tierliche Produkte sind weder lebensnotwendig noch gesundheitsfördernd. Im Gegenteil, immer mehr Studien belegen klar, dass vom Konsum tierlicher Produkte verschiedenste gesundheitliche Risiken ausgehen. So zeigt etwa auch die China Study sowie zahlreiche weitere, im gleichnamigen Buch publizierte Studien, dass es gesundheitlich empfehlenswert wäre, auf tierliche Lebensmittel zu verzichten, da diese das Risiko für zahlreiche Zivilisationskrankheiten deutlich steigern.[2] Im Folgenden einige Beispiele:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören unter anderem Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, welche eine Erkrankung begünstigen, wobei ein erhöhter Cholesterinspiegel und Bluthochdruck die größten Risikofaktoren darstellen. Beides wird erwiesenermaßen durch den Verzehr von Fleisch gefördert.[3-10]

Fleisch, Eier und Milchprodukte sind reich an Cholesterin und gesättigten Fettsäuren. Diese Substanzen verstopfen die Innenseite der Arterien und behindern damit den Blutfluss zum Herzen - dies führt zu Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Die Folgen können Herzkrankheiten bis hin zum Herzinfarkt sein.

Mehrere Studien mit insgesamt über 76.000 untersuchten Personen ergaben, dass Fleischkonsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich steigert.[11] Eine Fülle von Studien konnte zeigen, dass in Kulturen, in denen weniger tierliche Lebensmittel gegessen werden, weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben.[2] Durch das Weglassen von tierischen Nahrungsmitteln werden das “schlechte” Cholesterin und gesättigte Fettsäuren dem Körper in wesentlich geringerer Menge zugeführt.

Doch haben Studien nicht nur gezeigt, dass man mit einer rein pflanzlichen Ernährung das Risiko solcher Erkrankungen um 30% senken kann, sondern dass auch bereits aufgetretene Schäden in den Arterien gestoppt und sogar rückgängig gemacht werden können und eine Senkung des Bluthochdrucks erzielt werden kann.[2,9]

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Diabetes

Während Diabetes Typ 1 genetisch bedingt ist, hängt die Erkrankung an Typ 2, an welchem 90-95% der DiabetikerInnen leiden, stark vom Lebensstil ab. Diverse Studien zeigen, dass eine rein pflanzliche Ernährung das Risiko dafür deutlich senkt. So erkranken vegan essende Menschen etwa halb so häufig an Diabetes Typ 2 wie Fleisch essende Personen.[12] Und auch die Milch steht stark im Verdacht: Obwohl die Werbeparolen der Milchindustrie verkünden, dass Kuhmilch für Menschenkinder gut sei, gibt es Hinweise darauf, dass mit ihrem Konsum im Kindes- und Jugendalter das Diabetesrisiko wächst.[13] Eine Umstellung auf eine pflanzenbasierte Diät kann sogar den Insulinbedarf bereits erkrankter Personen senken.[14]

Krebs

Das Risiko, an Krebs zu erkranken, kann durch die Ernährung beeinflusst werden. In zahlreichen Studien hat sich gezeigt, dass sowohl Fleisch als auch Milchprodukte das Krebsrisiko erhöhen können. So führt beispielsweise tierliches Eisen zur Bildung zytotoxischer Faktoren im Darm.[15,16] Das ist einer von diversen Gründen, die dazu führen, dass Fleisch essende Personen ein fast 10 Mal höheres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken.[7,17] Auch ein deutlich erhöhtes Brust- und Prostatakrebsrisiko wurden mit dem Verzehr von Fleisch in Zusammenhang gebracht.[7,18-20]

Der Konsum von Milchprodukten scheint ebenfalls nicht unbedenklich zu sein: Es wurde ein größeres Risiko für Prostatakrebs gefunden, und bei einer Untersuchung von Kindern, die Milchprodukte zu sich nahmen, war später die Darmkrebsrate fast 3 Mal höher.[21-23] Neben einem erhöhten Darm- und Prostatakrebsrisiko wurden in verschiedenen Studien auch Eierstock- und Brustkrebs in direkten Zusammenhang mit dem Konsum von Milch und Milchprodukten gebracht.

Experten gehen davon aus, dass das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen durch rein pflanzliche Ernährung um bis zu 40% (manche Forscher gehen sogar von noch wesentlich höheren Raten von über 80% aus) gesenkt werden kann.

Osteoporose

Die Tatsache, dass in genau jenen Ländern, in denen am meisten Milch konsumiert wird, auch die höchsten Osteoporose-Raten zu finden sind, ist äußerst aufschlussreich. Milch und Milchprodukte übersäuern den Körper und sorgen dafür, dass das Kalzium zum Binden dieser Säure benutzt wird - so wird es aus dem Knochen herausgelöst und schließlich ausgeschieden.[24-27]

Bei Milch handelt es sich im eigentlichen Sinne ausnahmslos immer um MUTTERMILCH, und als solche ist sie von der Natur darauf ausgerichtet, die Nährstoffe für die Jungen der jeweiligen Spezies abzudecken. Menschen sind die einzige Spezies, die nicht nur als Erwachsene immer noch Milch trinken, sondern noch dazu artfremde Muttermilch (wie etwa von Kühen, Ziegen oder Schafen). Für erwachsene Menschen gibt es genauso wenig Grund, Kuhmilch zu trinken, wie menschliche Muttermilch oder Giraffenmilch.

Aufschlussreich ist dazu auch ein Interview mit dem häufig als "Ernährungspapst" bezeichneten Gießener Ernährungswissenschaftler Prof. em. Dr. rer. nat. Claus Leitzmann mit dem bezeichnenden Titel "Milch ist nicht lebensnotwendig".

Weitere (Zivilisations-)Krankheiten

Auch das Risiko für weitere Krankheiten wird mit dem Konsum von tierlichen Produkten in Verbindung gebracht, so etwa Fettleibigkeit[7,28,29], Arthrose [30-32] oder Parkinson[33].

Der Verzicht auf tierliche Produkte bringt somit nicht nur Vorteile für Tiere und Umwelt mit sich, sondern bedeutet auch einen klaren Vorteil für die eigene Gesundheit.

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Referenzen:

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